Assyrtiko

Die Rebsorte Assyrtiko ist wohl Griechenlands feinstes weißes Gewächs. Man findet sie vornehmlich auf Santorin und anderen Kykladen-Inseln (nur kleine Mengen wurden auch in Attika, Boetien, Epanomi, Chalkidiki, Chromitsa und Drama verpflanzt). Ihre Herkunft ist unbekannt - vielleicht ist sie eine autochthone santorinische Rebe, vielleicht kam sie mit den Phöniziern oder den Lakedaemoniern nach den Vulkanausbrüchen von 1640-1620 v.Chr. auf die Insel.
Die Assyrtiko-Rebe ist dürren-resistent und läßt sich auch von diversen Pilzkrankheiten (Oidium, Peronospora) nichts anhaben. Sie passt sich rasch an verschiedene mikroklimatische Bedingungen und Böden an. Die Trauben reifen von Mitte bis Ende August. Die Rebstöcke sind kräftig und produktiv, ihre Cluster voll von eng aneinander wachsenden, ovalen Beeren.

Assyrtiko ist die einzige bekannte weiße Varietät im Mittelmeerraum, die es schafft, reife Frucht und hohe natürliche Säure, miteinander zu vereinen. Ihr hoher Phenol-Gehalt und ihre Tendenz zur Oxidation machen sie zu einer Herausforderung für jeden Winzer. Das feine Bouquet erinnert an Geißblätter oder Zitrusfrüchte und ist auf dem Festland am aromatischsten. Auf Santorin wird Assyrtiko zehn Tage lang sonnengetrocknet und dann einer mehrjährigen Fassreife unterzogen. So entsteht der famose bernsteinfarbene Dessertwein Vinsantos, der durch seine trockene "Oloroso"-Nase und am Gaumen durch den Geschmack von Datteln und getrockneten Feigen beeindruckt. Die bleibende Power dieses Weins ist bemerkenswert - die Analyse eines 1895er Vinsanto brachte einen Alkoholgehalt von 2,9%, einen Restzuckergehalt von 418 g/l und einen Säuregehalt von 14,2 g/l (tartaric) ans Tageslicht!

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