Agiorgitiko

Die Agiorgitiko-Rebe (St. George) ist auch bekannt unter dem Namen Mavroudi Nemeas, Mavroudi (=schwärzlich) und Karvouniaris (karvouno=Kohle). Sie wurde wohl nach einer kleinen Kapelle des Heiligen Georg in Nemea benannt, wo Agiorgitiko noch immer angebaut wird. In Messinia, Argolida und Arkadien wird die Rebsorte auch kultiviert. Die meisten Weingebiete in den Tälern haben riesige Ernteerträge und so ein relativ niedriges Qualitätspotential, während die höhergelegenen Gemeinden Gymno (500m), Koutsi (500-600m), Psari (650m) und Asprokambos (650m), aber auch Katsena (450m) und Kalyvia (450m) sich als Kandidaten für die geplante Qualitäts-Appellation im Hochland Nemeas anbieten.
Agiorgitiko reift spät, zwischen Ende September und Anfang Oktober. Die produktiven Rebstöcke haben durchschnittliche Stärke, relativ dichte Traubencluster und eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Dürre und Oidium. Die tintenfarbenen, fast schwarzen Beeren und die samtigen Tannine bieten ein exzellentes "Material" für neue, moderne, durch maceration carbonique (Kohlensäuremazeration) produzierte Weine oder auch für trockene, im Fass ausgebaute und dann in der Flasche gealterte Rotweine. Der körper- und extraktreiche, dunkle Rebsaft, der einer langjährigen Fassreife unterzogen wird, entwickelt ein spektakuläres Bouquet nach schwarzer Johannisbeere und Zwetschke - die Visitenkarte eines großen Nemea vin de garde. Aus Agiorgitiko wird auch vins de liqueur und der samtweiche vin de presse gemacht. Am Gaumen eine Mischung aus Cabernet franc, Merlot und Gewürzen.
Agiorgitiko hat chamäleonartige Blend-Talente. Er wird mit Cabernet Sauvignon, Merlot und anderen Sorten cuviert, aber auch zur Qualitätssteigerung und Farbintensivierung von anderen Weinen herangezogen.

Zurück