| Griechenland und seine Weingeschichte |
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Der Weinbau, wie wir ihn heute kennen, hat seine Wurzeln im antiken Griechenland. Jahrtausende vor Christus begannen die Hellenen die aus Mesopotamien über Ägypten kommende Rebe anzubauen und zu kultivieren. Es entwickelte sich eine regelrechte Weinreligion, der ekstatische Dionysos-Kult, bei dem der Rausch als göttliche Offenbarung galt und der Mensch die sonst unmögliche Vereinigung mit den Göttern suchte.Die griechische Mythologie liefert uns eine besondere Version der Entstehungsweise des Rebbaus in der Antike. Dem Körper des bei der Jagd getöteten Ampelos entspross ihrer Lesart nach die erste Rebe. Der Gefährte von Ampelos - Dionysos - pflanzte sie in einen Vogelknochen und nachdem dieser zu klein wurde zuerst in einen Löwenknochen und danach in einen Eselsknochen, um sie zur Erinnerung an Ampelos stets mit sich führen zu können. Heute bezeichnet man in Erinnerung an diese Sage die Rebenkunde als Ampelographie. Neben den Mythen rund um Dionysos hatte der Wein im klassischen Griechenland aber auch eine medizinische Bedeutung. Der Lehrmeister der Medizin - Hippokrates - sagte dazu: Der Wein ist ein Ding, in wunderbarer Weise für den Menschen geeignet, vorausgesetzt, dass das Getränk bei guter und schlechter Gesundheit sinnvoll und im rechten Maß verwandt wird, übereinstimmend mit der Verfassung der einzelnen Person. [...] Eure Nahrung soll euer Heilmittel und euer Heilmittel soll eure Nahrung sein.
Die negativen Auswirkungen übermäßigen Konsums vor Augen, verdünnten die Alten Griechen den Wein mit Wasser. Schulen und Schriften über Mischungs-verhältnisse zeugen von ihrer Suche nach dem optimalen Verhältnis zwischen Geschmackserhaltung und verminderter Rauschwirkung.
Mit der Verfeinerung der Lebensart in der klassischen Zeit Griechenlands entstand auch das Symposium, die Weingesellschaften mit Efeu als Zeichen der Bescheidenheit und mit festlich bekränzten Tischen. Hier regte der Wein wohl anfänglich zu feinsinnigen Gsprächen, aber auch zur musikalischen Betätigung an, wobei es vor allem galt, eine würdige Haltung zu bewahren; man bemühte sich eine eventuell aufkommende Trunkenheit möglichst weitgehend zu verbergen. Viele Philosophen schrieben über die Symposien, so beispielsweise auch Plato über ein Gastmahl mit Sokrates als zentrale Figur.Die Weinproduktion war eine Basis für die Wirtschaft in allen Teilen des antiken Griechenland. Exporte im Mittelmeerraum und in ganz Europa machten den griechischen Wein bekannt und berühmt. Man legte schon damals großen Wert auf die Qualität und damit auch auf die Kontrolle des Weines. Bereits im 4.Jh.v.Chr. wurden die ersten Amphoren mit eingebranntem Siegel versehen, welches die Herkunft des Weines garantierte. Die Römer kamen und mit ihnen der Untergang der alt-griechischen Weinkultur. Es dauerte viele Jahre über Byzanz, dem Mittelalter und die frühe Neuzeit hinweg bis sich das älteste Weinland der Welt wieder an der internationalen Spitze des Weinbaus zurückmelden konnte. Seit nunmehr über zwanzig Jahren, vor allem aber in der letzten Dekade, hat sich eine neue Generation von griechischen Qualitätswinzern hervorgetan und etabliert, in der Bemühung, moderne, saubere, biologisch einwandfreie Weine zu produzieren. Weine, die in Farbe, Geruch und Geschmack ein neues Griechenland repräsentieren - international, weltoffen, und doch ihrer Identität und Tradition bewusst. Wir wünschen viel Spaß beim Genuss unserer Weine... |